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Dialog für die Zukunft – internationales Jugendcamp in Rechnitz erfolgreich beendet

„Die Einstellung der Jugendlichen hat sich in diesen zwei Wochen ungeheuer verändert“. Diese Bilanz zog die Verantwortliche für die israelische Gruppe Ariella Shainok bei einer Pressekonferenz in Rechnitz am 20. Juli 2007. Im dortigen evangelischen Jugendgästehaus fand vom 9. bis 22. Juli 2007 ein Jugendcamp statt, an dem 26 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren aus Israel, Palästina, Ungarn und Österreich teilnahmen. 
Der palästinensische Begleiter Mazen Faraj betonte, dass der Kampf gegen die israelische Okkupation nur mit Mitteln der Gewaltfreiheit geführt werden dürfe. Dies sei den palästinensischen Jugendlichen während des Camps deutlich geworden.
Der Geschäftsführer der Diakonie Auslandshilfe Michael Bubik berichtete, dass die Idee für das Camp während einer Studienreise in den Nahen Osten im Februar 2005 entstanden war.
Als Organisatoren kooperierten die Diakonie Auslandshilfe, die Evangelische Akademie Wien, die Evangelische Jugend Österreich und das Ökumenischen Forum Concentrum (Stadtschlaining). Als Partner konnte in Israel/Palästina der Parents Circle gewonnen werden, eine Organisation von betroffenen Familien, die im Konflikt einen nahen Angehörigen verloren haben. Von ungarischer Seite unterstützte die diakonische Einrichtung Hungarian Interchurch Aid das Projekt.
Der Studienleiter der Evang. Akademie Wien Roland Werneck nannte als Ziel des Camps, der jungen Generation Begegnung und direkten Dialog zu ermöglichen. Dies sei für Israelis und Palästinenser an einem neutralen Ort leichter möglich. Auch der Austausch mit den europäischen Jugendlichen sei eine wichtige Erfahrung gewesen. Das Programm bestand aus inhaltlichen Workshops über die Geschichte und Gegenwart des Nahostkonflikts,  erlebnispädagogischen Angeboten und gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Ein Höhepunkt waren zwei Tage, die mit Hilfe der Methode des  „Theaters der Unterdrückten“ gestaltet wurden. In Rollenspielen ging es darum, sich in die Gefühle der jeweils anderen Seite hineinzuversetzen. Ein palästinensisches Mädchen spielte die Mutter eines israelischen Jugendlichen, der den Dienst in der Armee verweigern will. Im anschließenden Reflexionsgespräch erzählte sie: „Ich habe zum ersten Mal gefühlt, dass auch die israelischen Soldaten Ängste und Gefühle haben und nicht nur Maschinen in Uniformen mit Gewehren und Panzern sind“.
Im Internet kann unter http://www.dialogue4thefuture.blogspot.com ein Tagebuch mit Fotos vom Jugendcamp nachgelesen werden.



dialogue4thefuture - Gruppenbild in Schönbrunn
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